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Employer Branding

Employer Branding für Handwerksbetriebe: Von gesucht zu begehrt

Dirk Fuhrmann · · 6 Min Lesezeit

Manche Betriebe bekommen Bewerbungen, bevor sie überhaupt eine Anzeige schalten. Fachkräfte in der Region wissen, dass man dort gut arbeitet. Das entsteht nicht von selbst.

Employer Branding klingt nach Großkonzern. Für einen Handwerksbetrieb bedeutet es etwas Überschaubares: ehrlich zeigen, warum es gut ist, bei Dir zu arbeiten.

Was eine Arbeitgebermarke ist

Deine Arbeitgebermarke ist das, was Deine Mitarbeiter über Dich erzählen, wenn Du nicht im Raum bist. Es ist der Ruf, den Dein Betrieb als Arbeitgeber hat: in der Branche, in der Region, in den sozialen Netzwerken.

Dieser Ruf existiert bereits. Offen ist, ob Du ihn aktiv gestaltet hast oder ob er sich von selbst gebildet hat, aus Hörensagen, alten Bewertungen und dem, was ein früherer Mitarbeiter einmal erzählt hat. Employer Branding heißt, diesen Ruf bewusst zu steuern.

Wo Handwerksbetriebe einen echten Vorteil haben

Große Konzerne müssen ihre Arbeitgebermarke oft mühsam konstruieren. Ein Handwerksbetrieb besitzt etwas, das kein Konzern kaufen kann: Glaubwürdigkeit.

Ein Chef, der selbst noch mit anpackt. Eine Werkstatt, die nach Arbeit riecht. Team-Events, die keine Personalabteilung organisiert hat. Wenn Du das zeigst, erkennen Fachkräfte darin einen Betrieb, in dem sie gern arbeiten würden.

Worauf es beim Aufbau ankommt

Eine Arbeitgebermarke braucht Zeit. Sie wächst, wenn Du weißt, was zählt.

Zuerst brauchst Du klare Arbeitgeber-Versprechen: Was bietest Du, das andere nicht bieten? Konkrete Aussagen wirken stärker als Phrasen wie „tolle Kollegen": flexible Arbeitszeiten, Firmenwagen, Weiterbildung auf Kosten des Betriebs, Gewinnbeteiligung. Danach folgt die Sichtbarkeit auf den richtigen Kanälen, also dort, wo Deine Wunschkandidaten unterwegs sind. Instagram, Facebook und YouTube bieten sich an, mit echtem Content aus Deinem Alltag.

Deine eigenen Leute sind glaubwürdige Botschafter. Ein kurzes Video von einem Azubi, der erklärt, warum er sich für Deinen Betrieb entschieden hat, überzeugt oft mehr als eine professionelle Kampagne. Ebenso wichtig ist die Erfahrung, die Kandidaten mit Dir machen: Wie schnell antwortest Du auf Bewerbungen? Ist der erste Arbeitstag gut vorbereitet? Jeder dieser Punkte gehört zu Deiner Marke.

Dazu kommt die Kontinuität. Employer Branding ist ein laufender Prozess.

Der häufigste Fehler

Viele Betriebe starten mit viel Energie: neue Karriereseite, ein paar Posts, ein Video. Dann kehrt der Alltag zurück, und drei Monate später ist der Kanal eingeschlafen. Das kostet Geld und sendet ein falsches Signal. Interessenten, die auf einen inaktiven Kanal stoßen, fragen sich: Ist das Unternehmen noch aktiv? Kümmert man sich hier?

Regelmäßige, echte Beiträge wirken länger als eine perfekte Kampagne, die nur einmal im Halbjahr erscheint.

Wie sich das auf das Recruiting auswirkt

Eine starke Arbeitgebermarke kann die Kosten pro Einstellung senken. Bewerber, die Deinen Betrieb bereits kennen und schätzen, musst Du weniger überzeugen. Auf Dauer entsteht ein Kreis von Interessenten, die sich melden, sobald sie bereit für einen Wechsel sind.

Für den Anfang brauchst Du kein großes Budget. Du brauchst Klarheit darüber, was Deinen Betrieb als Arbeitgeber besonders macht, ein Smartphone für echte Einblicke aus dem Alltag und die Konsequenz, Dich regelmäßig zu zeigen.

Damit diese Sichtbarkeit planbar wird, lohnt sich eine eigene Kampagne. Eine Software erstellt Anzeige und Bewerbungsstrecke für Deine Stelle. Die Kampagne erscheint auf Meta und weiteren Kanälen, die Bewerbungen laufen an einer Stelle zusammen.