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Employer Branding · Handwerk

Employer Branding für Betriebe, die gerade niemanden suchen

Von Dirk Fuhrmann · · ca. 5 min Lesezeit

„Wir bilden gerade nicht aus und suchen niemanden. Brauchen wir Employer Branding?“ Diese Frage höre ich von Handwerksbetrieben ohne akuten Personalbedarf. Die kurze Antwort: gerade jetzt.

Warum der falsche Zeitpunkt der richtige ist

Employer Branding, das erst mit einer akuten Vakanz beginnt, kommt zu spät. Eine glaubwürdige Arbeitgebermarke entsteht nicht in vier Wochen. Sie braucht eine gleichbleibende Außendarstellung über Monate: eine Karriereseite, die den Arbeitsalltag zeigt, wie er ist, Mitarbeiterstimmen, die glaubwürdig wirken statt inszeniert, und eine Präsenz auf den Kanälen, auf denen Deine Zielgruppe unterwegs ist.

Wer erst sucht, wenn eine Stelle frei ist, konkurriert um dieselben Bewerber wie jeder andere Betrieb, der gerade sucht. Wer schon vorher als Arbeitgeber erkennbar ist, wird von möglichen Kandidaten wahrgenommen, bevor eine Anzeige läuft.

Ein Vergleich mit der Kundengewinnung hilft: Kein Betrieb erwartet, dass ein Kunde kauft, kaum dass er zum ersten Mal von der Firma hört. Bei Bewerbern gilt dasselbe. Vertrauen wächst über wiederholten Kontakt. Eine einzelne Anzeige zum richtigen Zeitpunkt reicht dafür selten aus.

Das Argument, dass keine Zeit dafür ist

Die Zeit ist gerade dann da. Betriebe ohne akuten Personaldruck haben die Zeit, die in einer akuten Suche fehlt. Eine Karriereseite lässt sich in Ruhe aufbauen, ohne die Frist einer offenen Stelle im Nacken. Mitarbeiterinterviews lassen sich planen, statt sie hastig zu erledigen, weil die Stelle gestern besetzt sein müsste.

Laut DIHK-Fachkräftereport erwarten 83 Prozent der Unternehmen weiterhin negative Folgen durch den Fachkräftemangel. Aus Sicht der meisten Betriebe ist die aktuelle Ruhe also vorübergehend. Wer diese Phase für den Aufbau der eigenen Arbeitgebermarke nutzt, ist beim nächsten Bedarf im Vorteil.

Praktisch heißt das: ein Nachmittag pro Monat für ein Mitarbeiterfoto, ein kurzes Statement, einen Einblick in ein aktuelles Projekt. Das kostet kein großes Budget, aber Kontinuität. Nach einem Jahr steht eine Sammlung echter Eindrücke, die eine einmalige Kampagne so nicht liefern kann.

Was Employer Branding ohne akuten Bedarf konkret heißt

Nicht jede Maßnahme kostet viel. Eine ehrliche Über-uns-Seite, die zeigt, wer im Betrieb arbeitet und warum, ist ein Anfang. Wie eine Arbeitgebermarke konkret aussehen kann, zeigen wir im Beitrag zur Arbeitgebermarke im Handwerk.

Auch Deine Mitarbeitenden wirken nach außen: Wer intern zufrieden ist, spricht auch extern gut über den Betrieb, ganz ohne Marketingbudget. Das lässt sich nicht kurzfristig erzwingen, aber langfristig aufbauen, und zwar dann, wenn kein akuter Druck besteht.

Ein weiterer Baustein sind Kontakte zu lokalen Berufsschulen und Ausbildungsmessen. Solche Beziehungen wachsen über Jahre. Wer erst anfragt, wenn eine Lehrstelle akut frei ist, kommt in der Wahrnehmung der Schulen womöglich zu spät.

Die entscheidende Frage

Angesichts der demografischen Entwicklung lohnt sich diese Vorbereitung für viele Handwerksbetriebe, auch ohne akute Vakanz. Die Ansprache dazu entsteht heute mit einer Software, die Anzeige und Bewerbungsstrecke baut.