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Social Recruiting

Social Recruiting für Handwerk: Was funktioniert

Dirk Fuhrmann · · 7 Min Lesezeit

Du schaltest eine Stellenanzeige auf dem Jobportal, wartest eine Woche und bekommst drei Bewerbungen. Zwei davon passen nicht zur Stelle, eine kommt von jemandem, der 200 Kilometer entfernt wohnt und nicht umziehen will. Viele Handwerksbetriebe kennen diese Woche.

Die Ursache liegt im Aufbau der Anzeige. Klassische Stellenanzeigen entstanden für eine Zeit, in der Fachkräfte aktiv nach Stellen suchten. Für viele Gewerke ist diese Zeit vorbei.

Warum Jobportale weniger liefern

Viele gute Elektriker, Installateure und Zimmermänner sind nicht auf Jobportalen unterwegs. Sie sind angestellt, arbeiten den ganzen Tag und schauen abends auf Instagram oder YouTube. Wer nur auf Jobportalen inseriert, erreicht ausschließlich die, die aktiv suchen.

Um diese wenigen Aktiv-Suchenden konkurrieren viele Betriebe gleichzeitig. Jedes andere Unternehmen fischt im selben kleinen Teich, und das kann den Preis pro Bewerbung nach oben treiben.

Was Social Recruiting anders macht

Statt darauf zu warten, dass Fachkräfte Deine Anzeige finden, bringst Du Deine Botschaft direkt auf den Bildschirm der richtigen Menschen, ob sie aktiv suchen oder nicht. Das gelingt durch gezieltes Targeting auf Plattformen wie Instagram, Facebook und TikTok: Fachkräfte in einem bestimmten Umkreis, Personen mit passenden Berufsbezeichnungen, Altersgruppen, die zu Deinem Team passen, Menschen aus ähnlichen Branchen.

Statt langer Textanzeigen eignen sich kurze Video-Stellenanzeigen. Sie wirken authentisch, wenn der Meister direkt spricht und echte Einblicke in den Alltag zeigt.

Warum Video funktioniert

Ein Elektriker, der abends durch seinen Feed scrollt, überspringt eine Textanzeige in zwei Sekunden. Ein 30-Sekunden-Video, in dem ein Betriebsinhaber direkt spricht, hält ihn eher fest.

Ein Video baut Vertrauen auf, bevor die erste Bewerbung eingeht. Der Interessent sieht den Chef, hört den Ton und spürt, ob der Betrieb zu ihm passt. Wer sich danach bewirbt, weiß bereits, was ihn erwartet.

Ein Autohaus in Saarbrücken suchte eine Fachkraft für Lagerlogistik. Mit einer neu gestalteten Ansprache aus dem echten Betrieb kamen dort innerhalb von drei Wochen 51 Bewerbungen zusammen.

Was ein funktionierendes System braucht

Am Anfang steht die Zielgruppen-Analyse: Wer sind Deine Wunschkandidaten, wo sind sie online, was würde sie zu einem Wechsel bewegen? Daraus entsteht der Content: echte Einblicke in den Betriebsalltag. Das Targeting bringt die Botschaft zur richtigen Person. Ein kurzer Bewerbungsweg und ein erster Anruf nach Deinen Kriterien filtern die Bewerbungen, sodass am Ende die passenden bei Dir ankommen.

Für diesen Aufbau gibt es eine Lösung: Eine Software erstellt Anzeige und Bewerbungsstrecke für Deine Stelle. Die Kampagne erscheint auf Meta und weiteren Kanälen, und die Bewerbungen laufen an einer Stelle zusammen.

Bewerbungen sind nur die halbe Miete

Bewerbungen allein besetzen die Stelle noch nicht. Es kommt darauf an, dass die richtigen darunter sind, und dass diese Menschen auch bleiben. Wechseln sie nach drei Monaten wieder, kostet das Zeit und Geld.

Dafür lohnt es sich, den Weg nach der Anzeige mitzudenken. Die Stellenbeschreibung sagt ehrlich, wie der Arbeitsalltag aussieht. Drei oder vier Fragen in der Bewerbung zeigen, ob Erfahrung und Verfügbarkeit passen. Im ersten Gespräch merkst Du, ob jemand zum Team passt. Wer schon vor der Bewerbung weiß, was ihn erwartet, springt seltener nach wenigen Monaten wieder ab.

Für wen es sich lohnt

Social Recruiting lohnt sich besonders, wenn klassische Kanäle in den letzten Jahren immer weniger gebracht haben, wenn der Fachkräftemangel in Deiner Region spürbar ist oder wenn Du eine Person suchst, die langfristig zu Deinem Team passt. Weniger lohnt es sich, wenn Du eine Einzelstelle in einem Bereich besetzen willst, in dem Bewerber noch aktiv suchen. Dann kann ein klassisches Portal schneller und günstiger sein.

Die Fachkräfte sind weiterhin da, nur auf anderen Kanälen. Wer das früh versteht, erreicht Menschen, die sonst nie von seinem Betrieb erfahren hätten.