Recruiting · Grundlagen
Personalrecruiting: Was es bedeutet und wie es in Deinem Betrieb funktioniert
Worum es geht: Du bist auf den Begriff Personalrecruiting gestoßen und willst wissen, was er für Deinen Betrieb bedeutet. Du erfährst, was der Begriff umfasst, welche Kanäle heute Bewerbungen bringen, wie ein Bewerbungsweg aussehen muss, der nicht unterwegs abbricht, und welche Wege es für die Personalsuche gibt.
„Wir könnten viel mehr machen, wenn wir mehr Leute hätten!“ Das sagte ein Lackierermeister in einer TV-Doku über den Fachkräftemangel. Der Satz benennt den Kern von Personalrecruiting in einem Handwerksbetrieb: die Frage, ob Du den nächsten Auftrag annehmen kannst oder absagen musst.
Was Personalrecruiting bedeutet
Manchmal ist mit Personalrecruiting eine Berufsbezeichnung gemeint, der Recruiter als eigene Stelle im Unternehmen. Manchmal ist eine Software gemeint, ein Tool, das Bewerbungen verwaltet. Hier geht es um die dritte Bedeutung: Personalrecruiting als Aufgabe, von der ersten Anzeige bis zur Unterschrift unter dem Arbeitsvertrag.
Als Aufgabe heißt Personalrecruiting: die richtige Stelle beschreiben, die richtigen Leute erreichen und am Ende eine Entscheidung treffen, mit der beide Seiten leben können. Der Weg dahin muss einfach bleiben, sonst bricht er unterwegs ab. Für ein Familienunternehmen mit zehn oder fünfzig Mitarbeitenden sieht das anders aus als für einen Konzern mit eigener Personalabteilung. Die Aufgabe läuft neben dem Tagesgeschäft, vielleicht mit einer Person aus dem Büro.
Warum reicht eine Stellenanzeige heute nicht mehr aus?
Eine Anzeige erreicht jemanden für einen Moment. Danach entscheidet alles, was folgt: wie schnell Du Dich meldest, wie einfach die Bewerbung ist, wen der Kandidat am Telefon bekommt.
Im Vertrieb würde niemand erwarten, dass eine einzelne Anzeige einen Kunden zum Kauf bringt. An eine Stellenanzeige stellst Du im Recruiting möglicherweise genau diese Erwartung.
Für die eigene Firma zu werben gehört zum Job des Chefs, genauso wie das Werben für die eigene Leistung beim Kunden. Personalrecruiting funktioniert wie Vertrieb: Der Bewerber ist Dein Kunde, die offene Stelle ist Dein Angebot. Wer das ernst nimmt, prüft den ganzen Weg von der Anzeige bis zur Zusage.
Welche Kanäle heute Bewerbungen bringen
Ein Eintrag auf einem Jobportal wartet darauf, dass jemand aktiv nach genau dieser Stelle sucht. Wer in einem Job zufrieden ist, sucht nicht aktiv, selbst wenn ihn ein besseres Angebot reizen würde.
Social Recruiting dreht die Richtung um. Die Anzeige geht dorthin, wo die Zielgruppe sich ohnehin bewegt, in Social-Media-Feeds, mit einem Motiv und einer Ansprache, die zur Berufsgruppe passen. Dazu kommen die eigenen Mitarbeitenden als Kanal. Wer im Betrieb zufrieden ist, empfiehlt die Stelle weiter, wenn er gefragt wird.
Genauso wichtig wie der Kanal ist, wie die Anzeige aussieht. Ein Motiv mit echten Menschen aus dem Betrieb wirkt anders als ein Stockfoto aus der Bilddatenbank. Eine Anzeige, die von Werkzeuggürtel und Blaumann spricht statt von Benefits und Duz-Kultur, erreicht die Zielgruppe eher in ihrer eigenen Sprache.
Für einen Betrieb ohne eigene Personalabteilung heißt das: einen Kanal wählen, der zur Zielgruppe passt, und ihn gründlich bespielen. Mehrere Kanäle gleichzeitig halb zu betreiben, bringt oft nicht mehr Bewerbungen.
Wie der Bewerbungsweg aussehen muss
Ein Kandidat, der auf dem Handy eine Anzeige sieht und dort ein mehrseitiges Formular samt Anschreiben ausfüllen soll, steigt an dieser Stelle aus. Der Weg von der Anzeige bis zur Bewerbung muss auf einen Bildschirm passen, den man mit dem Daumen bedient.
Ein kurzer Fragebogen mit drei oder vier Fragen reicht, um zu wissen, ob jemand passt: Führerschein vorhanden, wann verfügbar, welche Erfahrung. Alles Weitere klärt sich im ersten Gespräch.
Danach zählt die Reaktionszeit. Wer tagelang auf eine Rückmeldung wartet, sucht in der Zwischenzeit weiter oder verliert das Interesse. Eine Eingangsbestätigung am selben Tag und ein erster echter Kontakt innerhalb weniger Tage machen für einen Kandidaten den Unterschied.
Welcher Weg passt zu Deinem Betrieb?
Die Frage stellt sich, wenn die Zeit für Recruiting neben dem Tagesgeschäft nicht mehr reicht. Wenn Du Personalvermittler bisher vor allem als Anrufer kennst, gehst Du mit Skepsis an das Thema. Das ist eine gute Ausgangslage, weil Du dann nach der Arbeitsweise fragst.
Zwei Wege liegen nebeneinander. Ein Vermittler sucht und übergibt einzelne Kandidaten, danach endet seine Arbeit. Eine laufende Kampagne dagegen bringt fortlaufend Bewerbungen, auch für die nächste offene Stelle. Eine Software erstellt Anzeige und Bewerbungsstrecke, die Kampagne erscheint auf Meta und weiteren Kanälen, und die Bewerbungen laufen an einer Stelle zusammen. Welcher Weg zu Dir passt, hängt davon ab, ob Du eine einzelne Stelle besetzen willst oder dauerhaft sichtbar sein musst.
Wer nur die Anzeige schaltet, deckt von Kanal, Weg und Entscheidung nur einen kleinen Teil ab.