Recruiting selbst machen
Recruiting im Handwerk ohne Agentur: Wann Du es selbst machen kannst
Kurz gesagt: Ein Handwerksbetrieb kann Fachkräfte ohne Recruiting-Agentur gewinnen, wenn er passende Werkzeuge, einen klaren Ablauf und Zeit für die Bewerbergespräche hat. Hier liest Du, warum Stellenanzeigen nur einen Teil der Fachkräfte erreichen, wie ein wiederholbarer Ablauf aussieht, was er kostet und wann Begleitung von außen sinnvoller ist.
Eine Fachkraft kündigt. Du brauchst Ersatz.
Also schaltest Du eine Stellenanzeige. Vielleicht beauftragst Du eine Recruiting-Agentur. Mit etwas Glück findest Du jemanden, der passt.
Ein paar Monate später geht das Spiel von vorne los. Neue Stelle. Neue Kampagne. Neue Kosten.
Muss das jedes Mal wieder außer Haus gehen?
Was wäre, wenn Dein Betrieb Fachkräfte selbst gewinnen könnte? Professionell, ohne Recruiting-Vorkenntnisse und mit einem Ablauf, den Du bei jeder neuen Stelle wieder nutzt.
Das ist der Gedanke hinter Recruiting mit einem Self-Service-Tool.
Kann ein Handwerksbetrieb ohne Recruiting-Agentur Fachkräfte gewinnen?
Ja. Ein Handwerksbetrieb kann seine Personalgewinnung selbst organisieren, wenn drei Dinge da sind: passende Werkzeuge, ein klarer Ablauf und genug Zeit für die Gespräche mit Bewerbern.
Ein Recruiting-Tool hilft dabei, die einzelnen Schritte einer Kampagne vorzubereiten und umzusetzen. Dafür musst Du kein Marketingexperte werden. Entscheidend ist, dass das System verständlich aufgebaut ist und Dich durch die nötigen Schritte führt.
Das eigentliche Problem liegt unter der Wasseroberfläche
Viele Handwerksbetriebe schalten klassische Stellenanzeigen, wenn sie Mitarbeiter suchen. Das ist sinnvoll. Damit erreichen sie aber vor allem Menschen, die schon aktiv einen neuen Arbeitsplatz suchen.
Der Fachkräftemarkt lässt sich deshalb mit einem Eisberg vergleichen.
An der Oberfläche sind die aktiv Suchenden. Sie besuchen Jobportale, vergleichen Stellenanzeigen und bewerben sich.
Unter der Oberfläche sind Menschen, die gerade beschäftigt sind. Sie suchen nicht unbedingt einen neuen Job. Bei einem wirklich passenden Angebot würden sie trotzdem über einen Wechsel nachdenken.
Ein Elektroniker, der sich beruflich weiterentwickeln möchte. Ein Anlagenmechaniker, den sein Arbeitsalltag nervt. Ein Kfz-Mechatroniker, der sich einen Chef wünscht, bei dem gute Arbeit gesehen wird.
Dass diese Gruppe nicht klein ist, deutet eine repräsentative Befragung an: Im Gallup Engagement Index 2024 gab nur die Hälfte der Beschäftigten in Deutschland an, in einem Jahr mit Sicherheit noch beim jetzigen Arbeitgeber zu sein.1
Diese Menschen erreichst Du mit der nächsten Stellenanzeige kaum. Du musst dort sichtbar werden, wo sie sich ohnehin aufhalten, zum Beispiel in sozialen Netzwerken.
Social Recruiting selbst machen: der wiederholbare Ablauf
Social Recruiting heißt, soziale Netzwerke gezielt zur Personalgewinnung zu nutzen. Dazu gehören eine passende Botschaft, ehrliche Einblicke in den Betrieb, zielgerichtete Werbung und ein einfacher Bewerbungsweg.
Das klingt nach viel. Mit einem gut aufgebauten Recruiting-Tool wird es deutlich einfacher, weil Du jedes Mal demselben Ablauf folgst:
- Du legst fest, welche Mitarbeiter Du suchst.
- Du arbeitest heraus, warum Dein Betrieb für diese Menschen interessant ist.
- Du entwickelst eine passende Recruiting-Botschaft.
- Du bereitest die Kampagne und den Bewerbungsweg vor.
- Du wertest aus, welche Maßnahmen funktionieren.
Das Tool hilft Dir bei Vorbereitung und Struktur. Welche Schritte es tatsächlich automatisiert, hängt von seinen Funktionen ab. Wen Du einstellst, entscheidest Du.
Wie Du eine solche Kampagne Schritt für Schritt aufbaust, auch ohne Marketingwissen, steht im Artikel Social Recruiting selbst machen.
Ist Recruiting ohne Agentur wirklich günstiger?
Das hängt davon ab, welche Leistungen Du brauchst.
Bei einer Agentur bezahlst Du für Erfahrung von außen und für die Umsetzung. Bei einem Self-Service-Tool übernimmst Du einen Teil dieser Arbeit selbst. Dadurch fallen Agenturhonorare weg. Es bleiben Tool-Gebühren, Werbekosten und Deine eigene Zeit.
Der Preis allein entscheidet deshalb wenig. Der größere Vorteil: Du baust einen Recruiting-Ablauf auf, den Dein Betrieb selbst steuert und wiederverwendet. Das lohnt sich vor allem für Betriebe, die regelmäßig Personal brauchen.
Einmal verstanden. Immer wieder eingesetzt.
Heute suchst Du einen Elektroniker. In sechs Monaten vielleicht einen Auszubildenden. Und nächstes Jahr willst Du Dein Team um zwei Fachkräfte erweitern.
Musst Du dafür jedes Mal eine neue Recruiting-Strategie entwickeln? Nicht unbedingt.
Mit einem wiederholbaren Ablauf nimmst Du, was schon da ist, und passt es an die nächste Stelle an. So wird Personalgewinnung zu einer Aufgabe, die Dein Betrieb mit jeder Runde selbstständiger erledigt.
Wie Du daraus einen dauerhaften Prozess machst, der schon vor der nächsten Kündigung greift, beschreibt der Artikel Dauerhaft Fachkräfte gewinnen im Handwerk.
Wann ist Begleitung von außen trotzdem sinnvoll?
Nicht jeder Betrieb sollte alle Recruiting-Aufgaben selbst übernehmen.
Bei besonders schwer zu besetzenden Stellen, bei größeren Kampagnen oder wenn intern schlicht die Zeit fehlt, ist Unterstützung von außen oft die wirtschaftlichere Wahl. Beides lässt sich auch verbinden: Du machst die wiederkehrenden Stellen selbst und holst Dir für die schwierigen Fälle Hilfe dazu.
Für wiederkehrende Recruiting-Aufgaben ist ein geführtes Self-Service-System eine sinnvolle Möglichkeit. Wenn Du lieber begleitet werden willst, findest Du unsere Pakete hier.
Übernimm die Kontrolle über Deine Personalgewinnung
Du kennst Deinen Betrieb. Du weißt, welche Menschen in Dein Team passen. Und Du solltest selbst entscheiden können, wann und wie Du neue Mitarbeiter gewinnst.
Ein Recruiting-Tool hilft Dir, daraus einen professionellen, wiederholbaren Ablauf zu machen, damit Du nicht jedes Mal von vorne beginnst.
Mehr zum Thema im Überblick: Recruiting im Handwerk.
Quellen
- Gallup: Engagement Index Deutschland 2024. Telefonische Befragung von 1.700 Arbeitnehmenden ab 18 Jahren, 18.11. bis 20.12.2024. Bleibeabsicht für das kommende Jahr: 50 Prozent. https://www.gallup.com/file/de/657716/Engagement-Index-Deutschland-Report-2024.pdf
Häufige Fragen
Fragen zum Thema
Kann ein Handwerksbetrieb ohne Agentur Fachkräfte gewinnen?
Ja, wenn passende Werkzeuge, ein klarer Ablauf und genug Zeit für die Gespräche mit Bewerbern da sind. Ein geführtes Recruiting-Tool unterstützt bei Vorbereitung und Umsetzung der Kampagne. Wen Du einstellst, entscheidest Du selbst.
Ist Recruiting ohne Agentur günstiger?
Das hängt vom Leistungsumfang ab. Agenturhonorare fallen weg, Tool-Gebühren, Werbekosten und Deine eigene Zeit bleiben. Der größere Vorteil ist ein Ablauf, den Dein Betrieb selbst steuert und bei jeder Stelle wiederverwendet.
Was ist das Eisberg-Prinzip im Recruiting?
Das Bild beschreibt den Fachkräftemarkt: Oben sind die aktiv Suchenden, die Jobportale besuchen und Stellenanzeigen lesen. Darunter sind beschäftigte Fachkräfte, die nicht aktiv suchen, für ein passendes Angebot aber offen sein können. Sie erreichst Du eher über soziale Netzwerke.
Wann ist eine Recruiting-Agentur trotzdem sinnvoll?
Bei besonders schwer zu besetzenden Stellen, größeren Kampagnen oder wenn intern die Zeit fehlt. Beides lässt sich verbinden: wiederkehrende Stellen selbst besetzen, für schwierige Fälle Unterstützung dazuholen.